Richtig arbeiten mit AMS (5): Sponsored Products anlegen

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Drei Formate bieten die Amazon Marketing Services Unternehmen im Online-Marketing an, um im Amazon-Kosmos Werbung zu schalten. Weil Amazon in der westlichen Welt die wichtigste B2C-E-Commerce-Plattform ist und der Onlinehandel zulasten des stationären Geschäfts weiter wächst, steigt auch die Bedeutung der Plattform Amazon rasant. Dieser Fakt wirkt sich auf das gesamte Ökosystem Handel aus und sorgt auf Herstellerseite für eine stetige Verschiebung der Marketingbudgets. Lange Zeit ein lukratives Zusatzgeschäft, wird der Wind im Amazon-Business seit einiger Zeit aber immer rauer. Ein simples „Weiter so“ ist daher keine Option. Stattdessen sind Maßnahmen gefragt, die geeignet sind, die wachsende Stärke des Onlinebusiness für das eigene Geschäft zu aktivieren. Hier empfiehlt es sich, mit Marketingmaßnahmen nicht nur aktiv um neue Kunden zu werben, sondern gleichzeitig auch das eigene Amazon-Geschäft gegen Konkurrenzattacken abzusichern. Die Amazon Marketing Services (AMS) leisten beides. Die Artikelserie „Richtig arbeiten mit AMS“ erklärt, wie’s geht und gibt wertvolle Tipps. In den bisherigen Veröffentlichungen haben wir die Grundlagen erläutert und die Anzeigentypen Sponsored Products, Headline Search Ads sowie Product Display Ads im Detail vorgestellt. Dabei wurde deutlich, wie effektiv Amazon-Werbung Unternehmen bei der Absicherung und Eroberung von Marktanteilen, in der Markteinführung neuer Produkte sowie im Up- und Cross-Selling unterstützt. Es wurden verschiedene Strategien erläutert, mit denen Hersteller und Händler mehr aus ihrem Amazon-Geschäft holen. Im fünften Teil geht es nun in die praktische Umsetzung. Dabei widmen wir uns zuerst den Sponsored Products. Der folgende Text behandelt die Schaltung von Sponsored Products mit den AMS-Tools von Amazon. Wichtig für Seller: Die Anzeigenerstellung via Seller Central weicht hiervon ab.

  1. AMS-Konto eröffnen

Zunächst einmal wird ein AMS-Konto benötigt. Dieses ist schnell eröffnet. Vendoren können sich mit ihren vorhandenen Vendor-Central-Daten auf der Seite https://ams.amazon.de anmelden und sofort auf die Amazon Marketing Services zugreifen. Für Seller steht der Weg über einen Vendor-Express-Account in die AMS-Welt offen. Wer keinen Vendor-Express-Account hat oder haben möchte, kann Sponsored-Products-Anzeigen und Headline Search Ads auch über Seller Central buchen und schalten. Ist diese Hürde genommen, sind die Amazon Marketing Services einsatzbereit.

  1. Der Kampagnenmanager

Unter dem Menüpunkt „Kampagnen“ finden sich der Kampagnenmanager sowie die Berichte. Der Kampagnenmanager listet alle aktuell laufenden sowie sämtliche inaktiven Kampagnen auf. Er ist in der manuellen Kampagnenoptimierung die zentrale Schaltstelle. Die Kampagnen können in der Kopfzeile nach Gusto sortiert werden. „Status“ trennt dabei aktive und inaktive Kampagnen, „Kampagnenname“ sortiert alphabetisch, „Typ“ ordnet Kampagnen nach den Werbeformaten Sponsored Products, Headline Search Ads und Product Display Ads, „Startdatum“ sortiert chronologisch, „Enddatum“ nach (optional) eingestelltem Enddatum, „Budget“ zeigt eine Sortierung nach den durchschnittlichen täglichen Kosten. Erste Leistungsinformationen liefern die Punkte „Impressions“ und „Klicks“. Während „Impressions“ anzeigt, wie oft eine Anzeige ausgespielt wurde, liefert „Klicks“ die wichtige Information darüber, wie oft die Konsumenten mit einer Anzeige interagiert haben. Dabei ist zu beachten: Kosten verursacht immer erst der Klick, nicht aber die Impression.

Der Kampagnenmanager verschafft einen schnellen Überblick über AMS-Kampagnen

Es folgen die maßgeblichen KPIs für den Kampagnenerfolg. Unter „aCPC“ werden die Costs per Click (engl. für Kosten pro Klick) angezeigt. Dieser Wert verrät also, was Sie ein Klick auf die Anzeige im bisherigen Kampagnenverlauf gekostet hat. Es handelt sich um den Durchschnittswert seit Kampagnenstart, weil die tatsächlichen Klickkosten über den Kampagnenzeitraum variieren. Da jede Ausspielung in einem Auktionsverfahren verkauft wird, kann der tatsächliche CPC-Wert vom eingestellten Maximalgebot erheblich abweichen. Dazu später mehr. Unter „Kosten“ werden die bislang aufgelaufenen Gesamtkosten der jeweiligen Kampagne angezeigt. Dieser Wert errechnet sich, indem die bisherigen Klicks mit dem durchschnittlichen CPC-Wert multipliziert werden. Der nächste Punkt „Est. Total Sales“ zeigt den durch die Anzeige generierten Umsatz an. Dabei handelt es sich um den Endkunden-Nettoumsatz. Idealerweise liegen die Einnahmen natürlich weit über den Kosten, gerade bei neu gestarteten Kampagnen kann es aber eine Zeit lang dauern, bis sich hier ein günstiges Bild ergibt. Die für die Erfolgsmessung wichtigste Information versteckt sich hingegen hinter dem Kürzel ACoS, das für Average Cost of Sales (engl. für durchschnittliche Kosten pro Verkauf) steht. Der ACoS errechnet sich aus den bis dato angelaufenen Kampagnenkosten dividiert durch den erzielten Umsatz. Der ACoS wird als Prozentwert angegeben, der den Anteil der Kampagnenkosten pro verkaufter Produkteinheit angibt. Je niedriger der ACoS-Wert, desto effektiver und lukrativer die Kampagne. Generell niedriger fällt der ACoS-Wert übrigens bei Kampagnen aus, die markenrelevante Keywords einsetzen. Dies hängt mit der generell höheren Klick- und Kaufwahrscheinlichkeit von Nutzern zusammen, die gezielt nach bestimmten Marken suchen.

In der Auswertung ist allerdings zu beachten, dass bei allen umsatzrelevanten Angaben, so auch beim ACoS, Stornierungen, Preisfehler und Retouren von den AMS-Systemen nicht berücksichtigt werden. Dies kann zu Diskrepanzen zwischen den Angaben in der AMS-Kampagnenübersicht und den tatsächlich verschickten Verkäufen führen. Auch schlägt Amazon nicht nur die direkt durch Klicks generierten Verkäufe für das tatsächlich beworbene Produkt dem Kampagnenumsatz zu. Stattdessen werden auch Verkäufe einberechnet, die entstehen, wenn sich ein Nutzer nach einem Klick auf die Anzeige für ein anderes Produkt des gleichen Anbieters entscheidet. Unter dem letzten Punkt „Aktionen“ lassen sich einzelne Kampagnen schnell und einfach kopieren. Dies wird wichtig, wenn über A/B-Tests Kampagnen mit variierenden Inhalten aufgesetzt werden sollen. Alle Ordnungsoptionen lassen sich auf- wie absteigend sortieren. Über die Einstellung rechts oben kann zudem der Analysezeitraum definiert werden. Es stehen die Einstellungen „Heute“, „Gestern“, „Wochenbeginn bis heute“, „Letzte Woche“, „Monatsbeginn bis heute“, „Letzter Monat“, „Laufzeit“ und „Benutzerdefiniert“ zur Auswahl.

Datenlabyrinth AMS-Konto

Auf den ersten Blick macht das AMS-Konto also einen recht aufgeräumten Eindruck. Dieser Eindruck kehrt sich in der operativen Tätigkeit allerdings schnell ins Gegenteil. Nicht immer stellt das System dem Nutzer alle benötigen Informationen zur Verfügung, selten werden Komfortfunktionen angeboten, mit denen Einstellungen über mehrere Kampagnen hinweg aktiviert werden können, und viel zu häufig bleiben die zur Verfügung gestellten Informationen undurchsichtig. Dies betrifft nicht nur die konkreten Kennzahlen Kosten und Umsatz, sondern zieht sich durch das gesamte System. In anderen Ländern ist Amazon da schon weiter. So erlaubt das AMS-System in UK beispielsweise den Bulk-Upload von Veränderungen über mehrere Kampagnen. Ein Komfort, auf den Nutzer der deutschen AMS-Oberfläche zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch verzichten müssen.

Wer AMS in Großbritannien nutzt, kann auf erweiterte Komfortfunktionen zugreifen

Das ist aber nicht einmal das größte Problem, das sich in der Steuerung und Optimierung von AMS-Kampagnen ergibt. Als besonders problematisch im Tagesgeschäft erweist sich immer wieder die zögerliche Reaktionszeit der Systeme, die zwischen Abfrage und Darstellung der KPI-Daten im Kampagnenmanager ergeben. Immer wieder entstehen durch Berechungen Pausen, die eine zügige Auswertung bremsen. Weil immer wieder Nachberechungen vorkommen, wird die manuelle Optimierung zusätzlich erschwert. Weitaus kritischer wird es allerdings bei den wirklich wichtigen Informationen zu Umsatz, Kosten und ACoS. Amazon bezieht hier alle Umsätze ein, die binnen 14 Tagen nach dem Klick auf die Anzeige im Anbieterportfolio getätigt werden. Wie bereits beschrieben, zählt dabei nicht allein das unmittelbar beworbene Produkt. Die Berechnung erfasst vielmehr das gesamte Portfolio, wodurch der Kampagnenumsatz natürlich zunächst einmal nach oben getrieben, die Analyse aber deutlich erschwert wird. Somit sind die Daten nicht nur erst nach Ablauf der 14-Tage-Frist final, es werden auch aufwändige Nacharbeiten nötig. Um zu erkennen, welcher Umsatz denn nun auf das beworbene Produkt entfallen und wie effektiv die Kampagne wirklich war, müssen die AMS-Daten umständlich bereinigt, abgeglichen und neu berechnet werden. Schließlich besteht weitgehende Unklarheit, welches Produkt tatsächlich verkauft wurde und aufgrund der Retouren-Problematik, ob der angegebene Umsatz letztlich Bestand haben wird. Dabei geben die AMS-Systeme keinerlei Hilfestellungen, die Neuberechnung muss manuell im Unternehmen erfolgen.

Werden nur einige wenige Kampagnen angelegt, ist diese Problematik sicherlich zu verschmerzen. Markenhersteller und große Händler mit einem entsprechend großen Portfolio schicken aber gerne einmal mehrere Hundert Kampagnen parallel ins Rennen. Die unzureichende Datenbereitstellung erschwert hier Kampagnenverwaltung und Erfolgsmessung erheblich.

  1. Eine Anzeige anlegen

Bevor allerdings Auswertungen erstellt werden können, müssen zunächst einmal Kampagnen angelegt werden. Durch den Klick auf die Schaltfläche „Neue Kampagne“ gelangt der Nutzer in das AMS-Interface zum Anlegen einer Kampagne. Hier steht die Wahl zwischen den drei Anzeigentypen Sponsored Products, Headline Search Ads und Products Display Ads an. Dieser Text behandelt das Format Sponsored Products, die anderen Formate rücken wir mit gesonderten Veröffentlichungen in den Fokus.

Amazon bietet bei Sponsored Products keine individuellen Gestaltungsmöglichkeiten an. Die Anzeige in den Trefferlisten beschränkt sich auf die Standardinformationen, die auch für organische Treffer ausgewiesen werden. Zusätzlich sind Sponsored-Products-Anzeigen durch ein unauffälliges „gesponsert“ gekennzeichnet. Hieraus ziehen Sponsored Products ihre größte Stärke, weil nur der aufmerksame Nutzer zwischen werblichem Inhalt und organischem Treffer unterscheidet (siehe: „Richtig arbeiten mit AMS (2): Sponsored Products – Chancen und Stärken“).

Um eine Sponsored-Products-Anzeige anzulegen, muss zunächst einmal das zu bewerbende Produkt ausgewählt werden. Innerhalb des eigenen Vendor-Portfolios und dem gesamten Amazon-Kosmos können Produkte nach Keywörtern, Produktnamen, EAN- oder UPC-Codes sowie der ASIN gesucht werden. Das System blendet das ausgewählte Produkt ein, was eine leichte Identifizierung erlaubt. Wenn die Suche nicht produktspezifisch, sondern thematisch durchgeführt wird, indem etwa alle Produkte zum Keyword „Küchenmaschine“ beworben werden sollen, liefert das System ein entsprechendes Produkt-Set. Zudem wird eine automatisch erstellte Liste angeboten, die entweder alle mit dem jeweiligen Vendor-Account verbundenen Artikel anzeigt oder Informationen aus der gesamte Amazon-Welt liefert. Mit nur einem Klick ist dann jedes eigene Produkt der Kampagne zugeordnet.

Best-Practice-Tipp!

Sponsored Products werden Keyword basiert ausgespielt. Dies bedeutet, dass eine Anzeige nur zu den zuvor definierten Suchbegriffen ausgespielt wird. Effektiv wirksam wird diese Verbindung aber nur, wenn Produkt und Suchbegriff zusammenpassen, der Kunde also auf seine Eingabe hin ein zum Suchbegriff passendes Produkt angezeigt bekommt. Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass nicht jedes Produkt mit jedem Keyword gleich gut funktioniert. Wenn aber die falschen Produkte ausgespielt werden, rauschen Click-Through-Rate und Conversion Rate in den Keller. Daher ist es ratsam, eine Kampagne pro Produkt anzulegen und nicht mehrere Produkte in eine Kampagne zu packen. Dieses Vorgehen ermöglicht nicht nur eine feinere Ausdifferenzierung nach passenden Schlüsselbegriffen, sondern erleichtert auch die spätere Wiederauffindbarkeit sowie die Optimierung der Kampagnen. Details dazu wird der Artikel zur Kampagnenoptimierung enthalten.

Produkte können innerhalb des Accounts oder der Amazon-Welt gesucht werden

Daher ist es auch sehr wichtig, bei der Betitelung der Kampagnen systematisch und stringent vorzugehen. Standardmäßig wird vom System ein Kampagnentitel bestehend aus Account-Namen und Datum vorgeschlagen. Hieraus lassen sich in der Kampagnenübersicht allerdings keine Rückschlüsse auf das beworbene Produkt ziehen, weshalb sich eine Anpassung dringend empfiehlt. Als praktikabel hat sich ein Kampagnenname bestehend aus Produkt-ASIN und Anzeigenart erwiesen. Auch die Marke sollte mit einfließen, wenn Hersteller mehrere Marken haben und diese über den gleichen Account ausgesteuert werden. Zusätzlich kann noch zwischen Kampagnen unterschieden werden, bei denen Keywords automatisiert oder manuell zugewiesen werden. Die Datumsinformation geht hierbei keineswegs verloren, sondern ergibt sich aus dem jeweiligen Startdatum.

Zudem zeigt sich in der Praxis, das Sponsored-Products-Anzeigen in der produktspezifischen Variante, also nicht zu übergeordneten Themenkomplexen („Küchenmaschine“), die weit besseren Ergebnisse liefern.

Alles eine Frage des Budgets?

Als nächstes wird das durchschnittliche tägliche Kampagnenbudget eingetragen. Dieser Betrag ist ein wichtiger Grenzwert, über den sich die Maximalkosten einer Kampagne definieren lassen. Nicht ganz unbedeutend ist dabei der unscheinbare Zusatz „durchschnittlich“, der Amazon eine gewisse Flexibilität in der Budgetverteilung gestattet. Denn tatsächlich definiert die Angabe nicht allein das Tagesbudget, sondern zudem die maximalen Monatskosten. Wird beispielsweise ein durchschnittliches Tagesbudget von 10 Euro eingetragen und der Monat hat 30 Tage, werden über den gesamten Monat maximal 300 Euro ausgegeben. Dabei wird das eingestellte durchschnittliche Tagesbudget im Normalfall nicht überschritten. Auf Monatssicht wird das durchschnittliche Tagesbudget aber auf jeden Fall eingehalten.

Das AMS-Budget sollte nicht leichtfertig eingestellt werden

Tendenziell wird das Tagesbudget durch den Nutzer etwas höher angesetzt, um über ein ausreichend hohes Budget die Sichtbarkeit sicherzustellen. Weil das Maximalbudget normalerweise nicht ausgereizt wird, ist auch das Risiko einer solchen Lange-Leine-Politik in der Budgetfrage überschaubar. Ständige Kontrolle ist aber dennoch unabdingbar, weil schon einfach saisonale Schwankungen für ein sprunghaft steigendes Suchvolumen mit entsprechenden explodierenden Kosten sorgen können. Dabei können Vendoren im AMS-Tools kein Gesamtbudget über mehrere Kampagnen definieren, um die Auswirkungen einer Kostenexplosion in einzelnen Kampagnen wirksam abzufedern. Dies gestattet Amazon derzeit nur Sellern, die über Seller Central Sponsored Products Ads buchen.

Etwas Fingerspitzengefühl ist zudem gefragt, weil hier in Kombination mit dem CPC innerhalb eines lebendigen Wettbewerberfelds agiert wird. Schließlich ist es nicht zweckmäßig, Tagesbudget und CPC quasi unbegrenzt hoch anzusetzen, um eine Ausspielung über den gesamten Kampagnenzeitraum zu garantieren. Es droht ein teurer Bieterwettstreit, wenn auch nur ein Konkurrent eine ähnliche Strategie wählt. In der manuellen Steuerung hilft hier also nur ständige Kontrolle und laufendes Feintuning. Einfacher wird es mit dem AMS Optimiser von metoda, der in der automatisierten AMS-Optimierung für eine kontinuierliche Budgetverteilung sorgt, auf Veränderungen mit Budgetkorrekturen reagiert und somit dauerhafte Sichtbarkeit bei aktivierter Kostenbremse sicherstellt.

Als nächstes müssen nun noch Kampagnendauer eingestellt und Keywörter definiert werden. Im AMS-Tool können Kampagnen kontinuierlich, also ohne Enddatum, oder mit aktivem Enddatum geschaltet werden. Während bei saisonalen Produkten und Aktionsware ein durch ein festes Enddatum eingegrenzter Vermarktungszeitraum sinnvoll sein kann, wird die Laufzeit der Kampagnen für das reguläre Portfolio zumeist nicht eingeschränkt. Vielmehr werden dauerhaft inneffektive Kampagnen in der Optimierung zeitnah deaktiviert.

Keywords wählen

In der Keyword-Definition besteht die Wahl zwischen automatischem und manuellem Targeting. Wird die automatische Option gewählt, bestimmt das System die relevanten Suchbegriffe anhand der hinterlegten Produktinformationen. Entscheidend ist hierbei also der Produkt-Content, aus dem sich die passenden Suchbegriffe ergeben. Die automatische Aussteuerung kann für Nutzer sinnvoll sein, die sich entweder nicht mit der Keyword-Auswahl beschäftigen wollen oder aber über zu wenig Erfahrung für eine manuelle Auswahl verfügen. Die Kampagnenberichte verraten mehr über effektive Keywörter und können später als Basis für die manuelle Keyword-Auswahl genutzt werden. Bessere Ergebnisse werden aber im manuellen Targeting erzielt, in dem der Nutzer die Auswahl der Schlüsselbegriffe übernimmt. Er erhält Hilfestellung durch eine Reihe relevanter Suchbegriffe, die das System automatisch vorschlägt. Außerdem können Keyword-Tabellen der Typen .csv, .tsv, .xls oder .xlsx hochgeladen werden. Es lassen sich aber auch Suchbegriffe manuell eintragen. Nun muss noch der Grad der Übereinstimmung festgelegt werden. Zur Wahl stehen die Typen „Weitgehend übereinstimmend“, „Keyphrase“ und „Exakt“.

  • Bei „Weitgehend übereinstimmend“ wird die Anzeige ausgespielt, wenn nach Keywörtern in beliebiger Reihenfolge oder nach Variationen gesucht wird.
  • Keyphrase“ steuert die Ausspielung, wenn nach dem exakten Suchbegriff mit nach- oder vorangestellten Begriffen oder Varianten gesucht wird.
  • Bei „Exakt“ wird die Anzeige nur ausgespielt, wenn der Nutzer exakt nach dem eingestellten Suchbegriff sucht.

Die Einstellungen haben erheblichen Einfluss auf Sichtbarkeit und Kosten der Anzeigen. Bei einer weitgehenden Übereinstimmung wird die Anzeige sehr viel häufiger ausgespielt als bei exakter Übereinstimmung. Zwar sehen so viel mehr Amazon-Kunden die Werbung, allerdings sind die Streuverluste auch deutlich höher. Und auch wenn erst der Klick Kosten verursacht, können bei einer breiten Streuung schnell hohe Kosten entstehen, ohne dass zwangsläufig höhere Verkaufszahlen erreicht werden. Diese Gefahr ist bei einer exakten Übereinstimmung natürlich geringer.

Knackpunkt CPC

Zuletzt muss der Nutzer noch ein maximales CPC-Gebot (CPC: Cost per Click) angeben. Im automatischen Targeting wird ein Maximalgebot für die gesamte Kampagne eingestellt. In der manuellen Aussteuerung wird das CPC-Gebot pro Suchbegriff definiert. Über das CPC-Gebot positioniert sich der Anbieter im Wettbewerb. Welche Anzeige zu einem Suchbegriff ausgespielt wird, entscheidet sich in einem CPC-Auktionsprozess. Dabei muss nicht zwangsläufig das Maximalgebot erreicht werden. Amazon berechnet dem Gewinner pro Klick einen Cent mehr als das nächsthöchste Gebot. Häufig ist die Ausspielung daher günstiger als der eingestellte Maximalwert. Andererseits kann es in umkämpften Marktfeldern immer auch zu einem gegenseitigen Hochbieten kommen. Ein hoher CPC-Wert hat daher immer zwei Seiten. Er stellt Sichtbarkeit her, kann aber auch zu hohen Kosten führen.

Die CPC-Werte sind entscheidend für den Erfolg, erfordern aber auch eine stetige Optimierung

Zudem bestimmt der CPC-Wert mit darüber, wo die Sponsored-Products-Anzeige ausgespielt wird. Ein höher eingestellter CPC-Wert kann dafür sorgen, dass die Anzeige auf der ersten Suchergebnisseite erscheint. Um auf die besonders attraktiven Positionen über den organischen Treffern zu landen kann zusätzlich „Bid+“ aktiviert werden. „Bid+“ ist in den „Kampagneneinstellung“ zu finden, nachdem die Kampagne angelegt worden ist. „Bid+“ gestattet dem System, den eingestellten CPC-Wert um bis zu 50 Prozent zu überschreiten, wenn Aussicht besteht, in der Auktion eine Platzierung am Seitenanfang zu ergattern. Ohne „Bid+“ bleibt die besonders attraktive Platzierung womöglich außer Reichweite, weil ein paar Cent fehlen. „Bid+“ kann also sehr wichtig sein, ist in der Handhabung aber auch unkomfortabel. So muss „Bid+“ jeweils manuell pro Kampagne aktiviert werden. Auch kann das eingestellte Budget schneller als vorgesehen verbraucht sein. Hier ist in der manuellen Optimierung eine ständige Kontrolle unabdingbar, mindestens wöchentlich sollten hierbei die CPC-Einstellungen und das Budget überprüft werden. Zur Kehrseite von „Bid+“ gehört es aber auch, dass der Nutzer ein stückweit die Kontrolle aufgibt. In der automatisierten Optimierung mit dem AMS Optimiser geschieht dies nicht, weil zu niedrige CPC-Werte intelligent nach oben angepasst werden, um die gewünschten Ziele zu erreichen.

Und der CPC-Wert sollte gewissenhaft kalkuliert werden, sonst gerät schnell die Marge in Gefahr. Als Richtschnur für ein rentables Kampagnen-Setup hat sich ein ACoS-Zielwert zwischen 10 und 20 Prozent erwiesen – niedrigere Ergebnisse sind natürlich immer besser. Bei einer angenommen Conversion Rate von fünf Prozent und einem Produktpreis von 100 Euro würde sich also ein CPC zwischen 0,5 und einem Euro ergeben. Wie die Werte hier tatsächlich aussehen, ist von Produkt zu Produkt und von Kampagne zu Kampagne unterschiedlich. In der manuellen Kampagnenoptimierung macht dies eine ständige Feinjustierung erforderlich. Effektiver ist der AMS Optimiser von metoda, der anhand voreingestellter Ziel-ACoS-Werte die CPC-Vorgaben intelligent anpasst und so dafür sorgt, dass immer optimale Sichtbarkeit innerhalb klarer Kostengrenzen erreicht wird.

Damit ist die Kampagne erstellt und kann aktiviert werden. Sponsored-Products-Anzeigen werden keiner weiteren Prüfung seitens Amazons unterzogen und nehmen sofort an Auktionen teil.

Kampagnen automatisiert optimieren

Beim AMS Optimiser bleiben alle KPIs aktuell und immer im Blick

In einem gesunden Marketing-Mix haben die Amazon Marketing Services Ihren festen Platz. Wer auf Amazon Erfolg haben möchte, der kommt um das Thema AMS nicht mehr herum. Doch bremsen zwei Knackpunkte die Euphorie. Zwar sind die Amazon Marketing Services noch immer der Neue im Online-Marketing-Zirkus, der Wettbewerbsdruck steigt aber beständig und das anhaltende Wachstum Amazons lässt für die Zukunft keine Entspannung erwarten. Zudem verführt die Wesensähnlichkeit der Amazon Marketing Services zu bekannten Online-Marketing-Plattformen wie Google Ad Words und Facebook dazu, eingeübte Verhaltensweisen unreflektiert zu übertragen. Diese vermeintliche Gleichheit ist aber mitnichten gegeben. Schon weil bei Amazon das Produkt im Mittelpunkt steht, können gelernte und erprobte Adwords-Strategien auf Amazon nicht funktionieren. Die Ergebnisse bleiben dann häufig aus.

Hinzu kommt die ungenügende Übersichtlichkeit sowie die komplizierte Handhabung der AMS-Tools, die Kampagnenerstellung und –pflege erschweren. Im Unternehmen werden dadurch wertvolle Ressourcen gebunden, die anderweitig besser eingesetzt werden könnten.

Abhilfe schafft der AMS Optimiser von metoda. Er optimiert AMS-Kampagnen automatisch, die manuelle Kampagnenpflege entfällt. Dadurch werden zuvor gebundene Ressourcen freigesetzt. Der AMS Optimiser übernimmt aber nicht nur effektiv lästige Aufgaben. Er sorgt darüber hinaus automatisiert für beste Ergebnisse. Ineffektive Keywords werden schnell erkannt und abgeschaltet, erfolgreiche Keyword-Kampagnen ausgeweitet. Die personal- und zeitintensive Kontrolle verringert sich auf ein Minimum. In der Budgetverteilung steuert der AMS Optimiser Kampagnen exakt nach den Vorgaben, damit Sie sich mit einer optimalen Budgetverteilung darauf verlassen können, dass das Tagesbudget auch tatsächlich tagtäglich ausgegeben wird und Produkte und Marken über die gesamte Kampagnendauer sichtbar bleiben. Der AMS Optimiser steuert in der Optimierung auf klare Ziel-ACoS-Werte zu und sorgt bei sinkenden ACoS-Werten für steigende Verkäufe. So sichert der AMS Optimiser bei effektiver Kostenkontrolle eine optimale Sichtbarkeit von Produkten und Marken.

Im nächsten Teil unserer Artikelserie „Richtig arbeiten mit AMS“ geht es dann um das Einstellen von Headline Search Ads. Wie werden Headline Search Ads angelegt und welche Besonderheiten sind dabei zu beachten?

Sie wollen mehr über Ihre Möglichkeiten mit AMS erfahren? Sie nutzen Amazon Marketing Services bereits und wollen über die automatisierte Optimierung mit dem AMS Optimiser von metoda effizienter werden und bessere Ergebnisse erzielen? Kontaktieren Sie noch heute einen unserer AMS-Experten, um das Optimum aus Ihrem Amazon-Geschäft zu holen!

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