Repricing-Barometer Februar: Markt holt auf

, ,

Im metoda Repricing-Barometer hallt das Schaltjahr 2016 lautstark nach. Weil der Februar im vergangenen Jahr 29 Tage hatte, ist die Preisaktivität im deutschen E-Commerce im Februar 2017 geringfügig kleiner ausgefallen. Über 12,5 Millionen Preisänderungen hat Price API im vergangenen Monat für das metoda Repricing-Barometer erfasste. Das sind rund 200.000 Preiskorrekturen weniger als im Vorjahr. Der Rückgang beläuft sich auf rund 1,7 Prozent. Nichtsdestotrotz wurden natürlich alle 28 Februartage 2017 intensiv für die aktive Preisgestaltung genutzt. Bis auf Marktführer Amazon zeigten sich die besonders preisaktiven Händler von der Schaltjahrdelle nämlich gänzlich unbeeindruckt. Ob Jacob im Bereich Elektronik oder Reifensuche.com im Produktbereich Automotive – der Trend im Repricing zeigt weiterhin nach oben. Jedoch wiegt Amazon.de im Repricing-Barometer am schwersten und gab den für die Monatsentwicklung maßgeblichen Impuls.

Repricing-Barometer Februar 2017

Im Februar 2017 hatten die Konsumenten also weniger Zeit für ausgiebige Online-Shoppingtouren. Das gilt einerseits im Vergleich zum Vorjahresmonat, aber natürlich noch stärker auch im Vergleich zum Januar. Fällt der eine Verkaufstag mehr im Februar 2016 kaum ins Gewicht, verfügte der Januar 2017 über ganze drei Verkaufstage zusätzlich. Natürlich schlägt sich das auch im metoda Repricing-Barometer nieder. In Bezug auf Amazon.de etwa sehr deutlich. Der Marktführer drückte dem Markt im Februar mit einer auf Preissuchmaschinen leicht angezogener Repricing-Bremse seinen Stempel auf. Noch im Februar 2016 ließen die Münchner bei mehr als 3,6 Millionen Preiskorrekturen keinen Zweifel am eigenen Führungsanspruch aufkommen. Ganz anders im zurückliegenden Monat. Gerade einmal noch 2,98 Millionen Preisänderungen hat Price API für die Plattform Amazon.de erfasst – ein Rückgang um 17,7 Prozent im Jahresvergleich. Mit dieser Entwicklung war Amazon nahezu alleinverantwortlich für das Repricing-Minus von rund 1,7 Prozent, das Price API im Februar über alle fast 2.000 erfassten Shops gemessen hat.

Dem Wettbewerb boten sich also ungewohnte Chancen. Doch wurden sie auch genutzt? Einige Anbieter haben den Abstand auf den Marktführer tatsächlich verkürzt. Und es spricht für die Wirksamkeit des Instruments Repricing, wenn trotz gegenläufiger kalendarischer Sogkräfte die Mehrheit der Marktteilnehmer die Intensität der Repricingaktivitäten erhöht hat. Zum Beispiel Jacob.de. Der Elektronikversender aus Karlsruhe hat sich in den vergangenen zwölf Monaten als feste Größe in der Repricing-Spitzengruppe etabliert und belegt auch in der aktuellen Messung wieder den zweiten Platz. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat Jacob mit 802.272 Preisschritten im Februar 2017 die Preisaktivität um 54 Prozent erhöht. Ganz offenbar hat man in der Fächerstadt den hohen Nutzen der aktiven Umsatz- und Ergebnisoptimierung mittels professionellem Repricing erkannt.

Resultat eines Sinneswandels nach konsequentem Strategiewechsel ist das Februarergebnis von Rakuten.de. Die deutsche Filiale testet sich nach der Neuorientierung im Herbst aus und machte im metoda Repricing-Barometer zuletzt mit einer stark schwankenden Performance auf sich aufmerksam. Nach zurückhaltendem Repricing zum Jahresstart schlug das Pendel im Februar in die andere Richtung aus. Mit 551.286 Preiskorrekturen klettert Rakuten.de gegenüber dem Vormonat drei Plätze. Nimmt man den Februar 2016 zum Maßstab, wird der vollzogene Strategiewechsel überdeutlich: Noch vor einem Jahr hielt sich Rakuten.de aus dem Preiswettbewerb auf Preissuchmaschinen weitgehend heraus. So konnte Price API im Februar 2016 gerade einmal 15.743 eingestellte Preiskorrekturen protokolieren. Im Vergleich dazu trumpfte Rakuten.de im vergangenen Monat groß auf. Mit einem Plus von sage und schreibe 3.391 Prozent ist die Preisaktivität geradezu explodiert. Den 93. Platz im metoda Repricing-Barometer aus dem Vorjahr haben die Bamberger mit der ungleich lukrativeren dritten Position eingetauscht.

Nicht ganz so deutlich, in der Tendenz aber ganz ähnlich entwickelte sich Reifensuche.com, die Nummer fünf im aktuellen Repricing-Barometer. Das Portal der RSU GmbH hat im vergangenen Monat 410.326 Preisänderungen auf Preissuchmaschinen umgesetzt. Die Preisaktivität ist gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent angestiegen.

Stefan Bures, CEO von metoda

„Amazon.de vollzieht die mit deutlichem Abstand meisten Preisänderungen im Markt. Weil Amazon im metoda Repricing-Barometer über ein solch großes Gewicht verfügt, zieht der Marktführer den Gesamtmarkt im Februar mit seiner zurückhaltenden Preisstrategie nach unten“, erklärt Stefan Bures, CEO von metoda. „Der Wettbewerb machte diese Entwicklung allerdings nicht mit. Vielmehr zeigt sich, dass das Instrument Repricing das schärfste Schwert des Onlinehandels in engen Märkten ist und führende Händler die Intensität weiter erhöhen.“

Zur Methodik: Für das metoda Repricing-Barometer wird auf Basis der auf Preissuchmaschinen eingestellten Angebote die Preisaktivität im deutschen E-Commerce gemessen. Die vorliegende Untersuchung deckt den Zeitraum Februar 2017 ab. Dabei wurden die Angebote von rund 2.000 Shops analysiert und mehrere Millionen Datenpunkte erfasst. Für die effektive Preisermittlung und ergebniswirksame Preisgestaltung in wettbewerbsintensiven Märkten bietet metoda dem Handel die leistungsfähige Repricing-Lösung Price API an.

Weitere interessante Themen

, ,

Bures-Vortrag auf ibi-Forum „B2B-E-Commerce“

Weiterlesen
,

Preiswettbewerb im Onlinehandel zieht zum neuen Jahr an

Weiterlesen