E-Commerce-Trend: Sperrig kommt gut

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Der erste Produkttrend 2016 ist früh auf den Beinen: Wie der Hightech-Verband Bitkom herausgefunden hat, schrecken die Konsumenten beim Online-Einkauf inzwischen auch nicht mehr vor sperrigen und großen Waren zurück. Der Online-Möbelkauf liegt der repräsentativen Verbandsumfrage zufolge voll im Trend. 42 Prozent der Online-Shopper haben demnach bereits im Netz Möbel oder Einrichtungsgegenstände eingekauft. Laut Bitkom-Expertin Julia Miosga zeigt der Trend einen wichtigen Evolutionsschritt im Online-Handel auf: „Der Online-Handel beschränkt sich längst nicht mehr auf Bücher und Kleidung, sondern hat auch solche Produktgruppen erfasst, die als Bastionen des stationären Handels galten. Neben Lebensmitteln sind das zum Beispiel Möbel.“ Dem Online-Handel bietet sich hier eine neue und lukrative Chance. Wer jetzt Sortimentslücken schließt und Produkte aus den Bereichen Einrichtung und Wohnaccessoires ins Angebot aufnimmt, kann noch auf den Zug aufspringen. Besonders gerne gehen den Bitkom-Daten zufolge übrigens Frauen ins Online-Möbelhaus. 47 Prozent der weiblichen Konsumenten haben schon Möbel oder Einrichtungsgegenstände online eingekauft. Bei den Männern kommt das Angebot nicht ganz so gut an. 37 Prozent der männlichen Online-Shopper haben in der Vergangenheit Sofa, Esstisch und Co. im Netz bestellt

47 Prozent kaufen Möbel online

Bestätigt wird der Trend aus Hamburg. Die Otto-Tochter Hermes berichtet von steigenden Zahlen beim 2-Mann-Handling. 2015 verbuchte der Versand-Dienstleister demnach ein Plus von 15 Prozent beim Service für sperrige Gebrauchsgüter. Insgesamt 4,5 Mio. Lieferungen wurden gezählt, die aufgrund der Größe des Versandguts von zwei Mitarbeitern ausgeliefert werden mussten. Beliebt beim Konsumenten laut Hermes: Haushalts- und TV-Geräte sowie Möbel. Und für 2016 rechnet man in der Hansestadt mit einer weiterhin stark steigenden Nachfrage. Mit 6,5 Mio. 2-Mann-Sendungen wird in Hamburg kalkuliert.

Sortimentslücken bei Wohnaccessoires schließen

Der E-Commerce mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen spielt sich also zum Jahresanfang als Trendmarkt in den Vordergrund. Die Voraussetzungen für gute Geschäfte sind prächtig. Das Marktsegment und die Kundenzahl wachsen und die von der grünen Wiese bekannten Möbelhäuser fremdeln häufig noch mit dem Verkaufskanal online. Das gilt übrigens auch für den gelb-blauen Giganten aus Schweden. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Ikea Deutschland gerade einmal rund vier Prozent seiner Einnahmen im Online-Geschäft. Das sind dann zwar immer noch mehr als 177 Mio. Euro und der Bereich wächst schneller als das stationäre Ikea-Geschäft. Noch aber spielt Ikea im Netz seine Marktstärke nicht aus.

Nachfrage erkennen, Lagerbestand aufbauen

Schon beim Sortimentsaufbau sollten dabei moderne Tools zum Einsatz kommen, die bereits im Einkauf die Spreu vom Weizen trennen und teure Flops verhindern helfen. Das datengetriebene Category Management zeigt auf Basis der zuverlässigen Smart-Data-Analyse die tatsächlichen Topseller und Vermarktungspotentiale auf. Mit dem richtigen Angebot kann sich der Handel so einen Platz ganz oben auf der Trendwelle sichern.

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