Der E-Commerce im September

E-Commerce ist innovativ, E-Commerce verändert Märkte, wie erst jüngst metoda-CSO Peter Eck in einem lesenswerten Beitrag für das Fachportal Marktforschung.de dargelegt hat. An einer Beurteilung der innovativsten Unternehmen der Welt hat sich kürzlich das renommierte US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ versucht. Und natürlich sind in der Top-100-Liste E-Commerce-Unternehmen prominent vertreten, in der Führungsgruppe dann aber doch unterrepräsentiert. Wenig überraschend ist Amazon.com laut „Forbes“ das E-Commerce-Unternehmen mit der höchsten Innovationskraft – und sicherlich auch mit dem höchsten R&D-Budget. Der Marktführer belegt im Gesamtranking allerdings nur den elften Platz. Auf Rang 15 findet sich lims-1604450_1280Streaming-Star Netflix. Rakuten aus Japan belegt Rang 17. Vielfach vertreten sind Pharmazieunternehmen, die mit immensen Aufwand an neuen Medikamenten forschen, die nicht nur Heilung, sondern auch glänzende Geschäfte versprechen. Ganz oben auf dem Siegerpodest steht jedoch New Economy und Digital Business: E-Auto-Hersteller Tesla ist das Innovations-Kraftwerk der globalen Wirtschaft. Denn trotz schleppender Produktion, immensem Kapitalbedarfs und technischer Schwierigkeiten wird dem Car-Revoluzzer eine rosige Zukunft prognostiziert. Seine Wurzel in der Old Economy hat hingegen der bestplatzierte deutsche Vertreter. Allerdings ist ProSiebenSat.1 dank hohen Investitionen in digitale Geschäfte und den E-Commerce ein durch und durch digitalisierter Medienkonzern. Die Unterföhringer belegen bei „Forbes“ Rang 59 (http://tinyurl.com/je3obqa).

Innovationen benötigen nicht immer großes Budget, Innovationen entstehen auch aus neuem Denken. Und damit tut sich Deutschland laut einer Untersuchung von IW Consulting im internationalen Vergleich noch immer schwer. Das Beratungsunternehmen bescheinigt dem Land eine sinkende Zahl an Start-ups. Schuld an der Misere sind unter anderem die vergleichsweise hohe Steuerquote, der zu geringe Stellenwert mathematisch-technischer Fächer in den Lehrplänen sowie die traditionell hohe Risikoaversion der Deutschen (http://tinyurl.com/gljv6lp). Gestützt wird diese Feststellung durch eine aktuelle Untersuchung von Joblift. Demnach ist auch im viel gelobten Start-up-Mekka Berlin längst nicht mehr alles Gold, was glänzt. So war die Zahl der Start-up-Jobs in der Hauptstadt zuletzt rückläufig (-1,14%). Köln (+7,2%), Frankfurt a.M. (+4,22%), München (+4,02%), Düsseldorf (+3,29%) und Hamburg (+1,68%) konnten hingegen zulegen. Nichtdestotrotz bleibt die Hauptstadt natürlich Liebling der Start-ups in Deutschland. Vielleicht liegt der Rückgang schlicht darin begründet, dass mehr und mehr erfolgreiche Jungunternehmen die Start-up-Phase hinter sich lassen (http://tinyurl.com/zkuyukk).

Wie auch immer, neue Marktzahlen aus dem internationalen E-Commerce lassen ein weiter sehr fruchtbares Geschäftsumfeld erwarten. So ist der Online-Handel im August in den USA um 10,9 business-163464_1280Prozent gewachsen. Nach einem schon sehr guten zweiten Quartal und 14,1 Prozent Wachstum im Juli hat sich der Positivtrend somit fortgesetzt (http://tinyurl.com/jnj73gk). Auf der Überholspur auch die Franzosen: Beim westlichen Nachbarn legte das Business in der ersten Jahreshälfte 2016 um deutliche 13 Prozent auf 35 Milliarden Euro zu, meldet der französische E-Commerce-Verband Fevad (http://tinyurl.com/hmwtn2e). Wachstumstreiber war der M-Commerce. Um überdurchschnittliche 38 Prozent sind die Umsätze mit Smartphone und Tablet angewachsen. Insgesamt wurden rund 230 Millionen Bestellungen aufgegeben; der durchschnittliche Warenkorbwert ist dabei allerdings um ein Prozent auf 75 Euro geschrumpft.

Hierzulande sehen die Trendindikatoren nicht viel anders aus. Beispielsweise für die E-Commerce-Nutzung. So kaufen 99 Prozent der deutschen Internetnutzer im Netz ein, fand Ipsos heraus. 70 Prozent tun dies sogar mindestens einmal im Monat. Noch liegt Großbritannien in diesem Vergleich vorn, weil die generellen Nutzung in GB mit Deutschland gleichauf liegen, die Briten bei der Intensität mit 78 Prozent monatlichen Käufern die Nase jedoch vorn haben. In Frankreich sieht es noch etwas anders aus. 96 Prozent der Internetnutzer in der Grande Nation kaufen online ein, bei den Intensivnutzern kommen die Nachbarn aber nur auf eine Quote von 52 Prozent (http://tinyurl.com/z85p8pz).

Intensiv genutzt werden die Angebote der Top-100 E-Commerce-Händler des Landes, die das EHI Institut gemeinsam mit Statista anhand der Umsatzgrößen 2015 erstellt hat. Natürlich steht dabei Amazon.de bei Einnahmen von mehr als 7,7 Milliarden Euro an erster Stelle. Gemeinsam mit Otto und Zalando – den Nummern zwei und drei in Deutschland – setzt das Führungstriumvirat so viel um, wie die folgenden Plätze vier bis 100 zusammen. Trotzdem ist der Markt in ständiger Bewegung. Ausgezahlt haben sich etwa die vielfältigen Online-Initiativen der Media-Saturn Holding. Sowohl Media Markt (+ 12 Plätze) also auch Saturn.de (+18 Plätze) konnten im Ranking klettern (http://tinyurl.com/hr4qhfy).

artificial-intelligence-155161_1280Auf der Suche nach dem Business von morgen schließen fünf IT-Riesen eine mächtige Allianz. Microsoft, Google, Amazon, IBM und Facebook ziehen beim wichtigen Thema künstliche Intelligenz an einem Strang. In der „Partnership on AI“ werden die Forschungsbemühungen der Konzerne gebündelt. Das Thema künstliche Intelligenz wird seit längerem in Silicon Valley als die nächste große Zukunftstechnologie gehandelt. Einsatzmöglichkeiten und ökonomisches Potential sind riesig. Daher ist auch auffällig, wer nicht auf der Gästeliste steht. Apple darf oder will nicht mitspielen im Konzert der Big Five. Was das für die KI-Forschung aus Cupertino bedeutet, wird die Zukunft zeigen (http://tinyurl.com/zfghgz7).

Endgültig im Online-Biz angekommen scheint Ikea. Der schwedische Möbel-Gigant hat lange mit dem E-Commerce gefremdelt und sich bei der Suche der richtigen Rezeptur viel Zeit gelassen. Die scheint gefunden, seit die Vernetzung von Online-Angebot und Filialen konsequent vorangetrieben wird. Zumindest honoriert die Kundschaft die Fortschritte der jüngeren Vergangenheit. Während das Gesamtgeschäft im vergangenen Geschäftsjahr um sieben Prozent gewachsen ist, legte Ikea online um 30 Prozent zu. Immerhin 1,4 Milliarden Euro spülte der E-Commerce in die Kassen, was dann auch gleich rund vier Prozent der Gesamteinnahmen ausmacht. Natürlich ist da noch reichlich Luft nach oben. Doch sind die Schweden offenbar auf der richtigen Spur (http://tinyurl.com/hs4l7dh).

Von solchen Zahlen ist man bei Konkurrent XXXLutz noch weit entfernt. Doch hat man auch in Österreich die Zeichen der Zeit erkannt und investiert verstärkt ins Onlinegeschäft. Am Erfurter Kreuz bei Arnstadt entsteht ein neues E-Commerce-Center. Auf 25 Hektar baut der Möbelhändler ein Logistikzentrum mit Zentrallager, Büro- und Schulungsräumen. Denn von Erfurt aus sollen nicht nur Möbel an Kunden in ganz Deutschland verschickt werden, auch die komplette Steuerung der E-Commerce-Aktivitäten wird in Thüringen ansässig werden. 70 Millionen Euro nimmt XXXLutz hierfür in die Hand. Aus den zunächst 100 Arbeitsplätzen sollen mittelfristig dann bis zu 400 Stellen werden (http://tinyurl.com/h3hf878).

bananas-698608_1280Das Geschäft der Zukunft ist auch das Thema von Antonio Krüger, seines Zeichens Leiter im Innovative Retail Laboratory des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz. Er äußerte sich zu dem vielleicht wichtigsten Trendthema im E-Commerce: dem Lebensmittelhandel im Netz. In 30 Jahren schon werden die Konsumenten 80 Prozent ihrer Lebensmittel geliefert bekommen, so die provokante These des Experten. Was das für die Handelslandschaft in Deutschland bedeuten würde, liegt auf der Hand. Für den stationären Lebensmittelhandel bleiben laut Krüger Nischen. Als spezialisierter Lieferant von Frischware – Obst, Gemüse, Käse oder Fisch und Fleisch – könnten lokale Geschäfte ihren Platz im Markt behaupten (http://tinyurl.com/h2mt8dg).

Keine Angst vor neuen Wegen hat Otto. Die Nummer zwei im deutschen E-Commerce experimentiert mit einem Leihangebot im Bereich Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Künftig wird Otto TV-Geräte, Tablets oder auch Waschmaschinen verleihen. Mindestens drei Monate lang sollen die Leihgeräte beim Kunden bleiben. Was das dann kosten soll, verriet Otto noch nicht. Interessant dürfte so ein Angebot vor allem für Kunden sein, die immer das neueste Gerät zu Hause haben wollen (http://tinyurl.com/hrshanh).

Und natürlich lässt sich auch Amazon nicht lumpen. In Sachen Innovation ist der Marktführer immer ganz vorn mit dabei. Seit kurzem auch auf dem deutschen Markt erhältlich ist der intelligente Lautsprecher Amazon Echo, der in Kombination mit der Spracherkennungssoftware Alexa auf Kommando fast jeden Wunsch erfüllt. Vorerst nur auf Einladung für die Kundschaft erhältlich, sehen vor allem Datenschützer das System kritisch (http://tinyurl.com/zekywmw). Für Amazon erfüllt Echo gleich mehrere Funktionen. Zum einen stärkt das System die Verankerung in Heim und Kopf der Kunden. Zum anderen werden mehr Kundendaten gesammelt – und selbstverständlich kann die Kundschaft via Echo auch direkt bestellen. Dass Echo-Nutzer dabei im Schnitt sechs Prozent häufiger bei Amazon einkaufen und zehn Prozent mehr ausgeben als über andere Bestellwege, dürfte in Seattle als hochwillkommener Nebeneffekt verbucht werden (http://tinyurl.com/gnee242).

Konkurrent Zalando gründet derweil eine neue Forschungsabteilung. Zalando Research soll sicherstellen, dass der Shootingstar technisch immer up-to-Date bleibt. Die strategisch wichtigen Felder Data Science, Machine Learning und künstliche Intelligenz bilden das Koordinatensystem des neuen Teams (http://tinyurl.com/heb7fj8).

stove-top-1597026_1280Durchgesetzt hat sich in den vergangenen Monaten der Trend zur Onlinebestellung von Sperrgut. Immer mehr Konsumenten ordern z.B. Möbel im Netz, die bequem nach Hause geliefert werden. DHL gibt in diesem wachsenden Markt mit neuen Services die Pace vor. Als erster Logistiker bietet DHL künftig einen Küchen-Montageservice an. Von 25 Küchen-Stützpunkten aus wird die Spezialeinheit ausrücken, um neben der Anlieferung auch die Endmontage beim Kunden fachgerecht auszuführen (http://tinyurl.com/jfj6ozm). Wird der Versand kompletter Küchen Normalität, dann dürfte das Paketvolumen auch in Zukunft weiter sprunghaft steigen. Laut McKinsey & Company sollen in diesem Jahr in Deutschland nicht weniger als fünf Milliarden Pakete auf die Reise geschickt werden. Bei Wachstumsraten zwischen sieben und zehn Prozent soll sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren zudem nicht abschwächen (http://tinyurl.com/zmv8hde).

Etwas getrübt wird die allseits gute Stimmung durch die überraschende Pleite von Hanjin. Dem Großreeder aus Südkorea – immerhin die Nummer sieben weltweit – ist Mitte September das Geld ausgegangen. Waren im Wert von geschätzt mehr als zwölf Milliarden Euro steckten in Häfen und auf hoher See fest und werden nur mir deutlicher Verzögerung weitertransportiert, weil Hafengebühren nicht bezahlt, das Löschen der Fracht nicht beauftragt werden kann. Die Pleite kommt zur Unzeit. Mehrere Wochen dauert die Reise eines Containerriesen von Shanghai, Busan oder Tokio aus nach Rotterdam, London oder Hamburg. Die Ware, die zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts in wenigen Wochen in den Regalen liegen soll, muss also jetzt auf die Reise geschickt werden (http://tinyurl.com/hjzffxn).

Probleme, die für Electronic Partner momentan noch weit weg sind. Ganz unmittelbar zu Ergebnissen führen soll aber die neue E-Commerce-Strategie der Verbundgruppe. Seit Jahresanfang stellt sich EP mit einem eigenen Onlineshop der digitalen Konkurrenz. Als Cross-Channel-Plattform diente der Shop bislang lediglich als Vermittler zwischen Interessenten und stationärem Shop. Das soll sich nun ändern. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wird mit dem direkten Verkauf begonnen werden (http://tinyurl.com/z5k5b4s).

Schon weiter ist Rossmann. Zwar hat auch der Drogerieriese eine Kehrtwende in der Onlinestrategie vollzogen, die Organisation ist aber zentralisiert. Neu ist vor allem die Adresse: Der Umweg über Rossmannversand.de entfällt, die Kundschaft kann nun direkt auf Rossmann.de einkaufen. Somit profitiert auch der Onlineshop endlich in vollem Umfang von der hohen Markenbekanntheit (http://tinyurl.com/js2jkmd).

market-897990_1280Und dann war da natürlich auch noch die Deutsche See. Der traditionsreiche Fischhändler, gegründet 1939, hat im September mit der direkten Kundenbelieferung mit Frischfisch begonnen. Möglich macht’s eine eigene Flotte von bundesweit 300 Kühllastern, die die leichtverderbliche Ware zu festen Terminen direkt an die Haustür liefern (http://tinyurl.com/gtozke2).

Und mit der schnellen und vor allem pünktlichen Lieferung setzt Deutsche See wichtige Erfolgsmerkmale des modernen E-Commerce erfolgversprechend um. Der Kunde fordert heute nicht mehr nur eine möglichst zügige Lieferung, idealerweise soll das bestellte Produkt auch zum Wunschtermin und zur perfekten Uhrzeit ankommen. 78 Prozent der Onlineshopper wünschen sich laut einer Kundenumfrage von DHL Paket die Möglichkeit, bereits bei der Bestellung Einfluss auf den Versand zu nehmen. 68 Prozent wollen den Liefertag bestimmen, 78 Prozent wollen auch die Uhrzeit festlegen. Mindestens genauso wichtig sind Informationen zum Versandstatus. Ist der Kunde immer besten informiert, steigt die Zufriedenheit. Dabei entscheidet durchaus der Detailgrad der Information (http://tinyurl.com/hqu3ato).

Schnelle Lieferung ist auch das Thema bei Amazon Fresh. Der Lieferservice für leichtverderbliche Lebensmittel wird nun in der britischen Hauptstadt größer ausgerollt. Weitere 190 Postleitzahlen gehören jetzt zum Fresh-Liefergebiet. Mittelfristig will Amazon zwei Prozent des britischen Lebensmittel-Markts erobern (http://tinyurl.com/jdfcuek). Ebenfalls in London bläst Amazon zum Angriff auf Lieferdienste und Pizzataxis. In einigen US-Städten ist Amazon Restaurant schon seit längerem auf der Textstrecke, in London können sich seit kurzen Prime Kunden in ausgewählten Postleitzahlenbereichen ihr Mittag- oder Abendessen der Restaurantpartner von Amazon liefern lassen (http://tinyurl.com/zmplpdv). In Deutschland kommen derweil weitere Kunden in den Genuss von Same-Day-Delivery. Seit Anfang September erhalten auch Kunden in Aachen, Augsburg, Braunschweig, Heidelberg, Mannheim und Münster Ihre Bestellungen unter bestimmten Bedingungen noch am Tag der Bestellung. Weiterhin nur in Berlin und München wird Prime Now angeboten, die Lieferung binnen weniger Stunden (http://tinyurl.com/jymkh9j).

In welche Richtung es geht, zeigen neue Informationen aus der Kommandozentrale in Seattle. Laut Börsenmitteilung leben heute 44 Prozent der US-Bürger innerhalb eines 20-Meilen-Radius‘ um ein Amazon-Lager. Das sind die Voraussetzungen, die für ein effektives Same-Day-Delivery-Angebot geschaffen werden müssen. Und die Konsumenten nehmen das Angebot bereitwillig an: mehr als 69 Millionen US-Kunden zahlen inzwischen für den Prime-Service (http://tinyurl.com/z5hkq5x).

Lösungen zeichnen sich im Fall Unister ab. Nachdem Anfang September unter anderem auch die Ab-in-den-Urlaub-Betriebsgesellschaft die Zahlungsunfähigkeit angemeldet hat, befinden sich nun alle wesentlichen Teile der Reisesparte in der Insolvenz (http://tinyurl.com/zjgd8rm). Für mögliche Interessenten steigt damit die Attraktivität des Firmen-NetzweUNISTER_Barfussgaesschen_160224_kleinrks. Zur Monatsmitte wurde zudem das Insolvenzverfahren über die Unister Holding GmbH eröffnet. Laut Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Lucas Flöther soll dies erst der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Unister-Verfahrenseröffnungen sein. Der Geschäftsbetrieb soll derweil aufrechterhalten bleiben (http://tinyurl.com/jlvqb4r). Dass dabei nicht alle Jobs erhalten bleiben können, kommt nicht überraschend. In einer ersten Kündigungswelle nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens trennt sich Unister im September von 50 festangestellten Mitarbeitern sowie 50 befristet Beschäftigten (http://tinyurl.com/zo5wtb4).

Ein großes Thema war im vergangenen Monat auch Amazons Dash-Button-Initiative. Viel wurde geschrieben, noch mehr gesagt. Einen kurzen Abriss darüber, was bei Dash zu beachten ist, liefert Carphatia: http://tinyurl.com/zn9htde. Dabei bewahrheitet sich offenbar eine Befürchtung, die viele Beobachter schon früh geäußert haben. Wer per Dash kauft, kauft teurer. Weil der Wettbewerb ausgeschaltet wird, weder ein alternativer Lieferant noch ein anderer Hersteller zur Wahl steht, wird für Dash-Käufen im Schnitt fast 27 Prozent mehr bezahlt (http://tinyurl.com/jvbpo94).

amazon_dash_button_tideVor allem die mangelnde Preistransparenz könnte für Amazon noch zu einem Problem werden. Verbraucher- und Datenschützer warnen: der Konsument verliert in wichtigen Punkten die Kontrolle (http://tinyurl.com/jzhobfj). Die aufregendsten Initiativen fährt Amazon derweil im stationären Bereich. Die Gerüchte um einen Drive-Through-Supermarkt in Seattle scheinen sich zu bewahrheiten, während für das kommende Jahr bereits eine groß angelegte Offensive geplant wird. An bis zu 100 Standorten will Amazon mit Präsentationsflächen in US-Malls Flagge zeigen. Auf bis zu 50 Quadratmetern soll vornehmlich das eigene Medien-Ökosystem rund um Kindle, Fire-Tablets, Fire-TV und natürlich Echo dem Konsumenten näher gebracht werden. Erfahrungen sind bereits vorhanden, denn ganz neu ist das Konzept nicht. Zu Ende 2015 war Amazon in sechs Malls vertreten, auf 16 Standorte war die Repräsentanz bis Ende August 2016 angewachsen (http://tinyurl.com/jyj56w9).

Zahlen, die auch Amazon gerne hören wird, lieferte zudem jüngst der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland. In einer gemeinsamen Untersuchung mit Creditreform identifizierte der Verband nicht weniger als 5.800 Unternehmen, die in Deutschland B2B-Handel im klassischen Versandgeschäft oder im E-Commerce betreiben. Der Umsatz soll sich demnach auf „deutlich mehr als acht Milliarden Euro“ belaufen (http://tinyurl.com/hm6pw6f). Ein schmackhafter Kuchen, von dem Amazon mittelfristig das größte Stück abhaben möchte. Bis 2018 will das Online-Kaufhaus mit Amazon Business Marktführer im Bereich Büroausstattung werden (http://tinyurl.com/grgpy9t).

otto-now-logoVielleicht auch ein Tätigkeitsfeld, auf dem sich Otto in Zukunft versuchen wird. Die Hamburger investierten mit der Gründung der Otto Group Digital Solutions (OGDS) noch stärker in die Zukunft. Unter OGDS werden die „wesentlichen digitalen Serviceunternehmen“ der Otto-Gruppe gebündelt. Mit geballter Kraft werkelt die OGDS zudem an der digitalen Zukunft des sehr agilen Traditionsunternehmens. „Mit der Gründung der OGDS wollen wir die starken Assets der Otto Group, wie zum Beispiel unser Wissen über unsere Kunden, die Reichweite unserer Websites oder das Know-How in der Betrugsprävention, noch zielgerichteter nutzen und eine engere Zusammenarbeit der Firmen untereinander erleichtern. Mit dem Portfolio bringen wir Handelskunden einen enormen Schub an Technologiekompetenz und Innovationskraft aus der Otto Group – gerade im Rahmen der Digitalisierung. Wir nutzen Synergien, um unser Angebot im Bereich digitaler Services noch attraktiver zu gestalten“, so Dr. Rainer Hillebrand, Vorstand Konzernstrategie, E-Commerce, Business Intelligence und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Otto-Gruppe (http://tinyurl.com/hm9ljy2).

Als digitaler Vordenker marschiert Amazon voran. Neue Wege wurden auch im September eingeschlagen. Viel beachtet etwa der Start von Amazon Homemade in Deutschland – und in Italien, Spanien, Großbritannien sowie Frankreich. Als Marktplatz für Kunsthandwerk und Handgemachtes leuchtet Handmade eine Marktnische aus, in der Massenproduktion und industrielle Fertigung keinen Platz haben. Im heimischen US-Markt hat sich das Konzept bereits bewährt. Innerhalb nur eines Jahres hat sich die Zahl der teilnehmen US-Händler mehr als verdoppelt (http://tinyurl.com/hx4qwpj).

Die Garage ist der neue Kofferraum ist die neue Packstation ist die neue Postfiliale – immer um mehr Unabhängigkeit von DHL, Hermes und Co. bemüht, will Amazon offenbar die Lieferung in die Kundengarage testen. Der Paketbote soll das Garagentor mittels Sicherheitscode öffnen, der Kunde erhält eine Empfangsbenachrichtigung via Smartphone. Zeit bis zur Umsetzung: ? (http://tinyurl.com/gmlaq9j).

Und natürlich braucht auch ein Jeff Bezos Zerstreuung. Wie Hobbys aussehen, wenn man über ein Vermögen von mehr als 66 Milliarden Dollar new-glenn-large2verfügt, zeigt der Amazon-Gründer mit seinem Nebenprojekt Blue Origin. Das Raumfahrtunternehmen will bis zum Ende des Jahrzehnts Raketen mit wiederverwendbarer Antriebssektion entwickeln und bauen. Die „New Glenn“ genannte Rakete soll deutlich leistungsfähiger als alle Konkurrenzsysteme sein. Das kostspielige Hobby Raumfahrt ist indes unter Multimilliardären recht beliebt. Auch Tesla-Gründer Elon Musk strebt mit seinem Zweitunternehmen Space X den Sternen entgegen. Nicht fehlen darf in dieser Liste natürlich der extravagante britische Tausendsassa Richard Branson – u.a. Virgin Atlantic Airlines, Virgin Records, Virgin Mobile – der mit The SpaceShip Company in der kommerziellen Raumfahrt mitmischt (http://tinyurl.com/hbgwpqc).

An zwei anderen Fronten droht indes Ungemach. Eine deutliche Kampfansage formulierte Oracle-Gründer Larry Ellison, wie Bezos Mitglied im exklusiven Club der Software-Multimilliardäre. Oracle bläst zum Angriff auf die Cashcow Amazon Web Services. Mit einer überarbeiteten Version der eigenen Cloud-Angebote soll die Vormachtstellung von Amazon gebrochen werden. „Amazons Führung ist vorbei“, sagte Ellison (http://tinyurl.com/gksjoxg).

Und natürlich lässt auch Verdi nicht locker. Mit dem Beginn des Herbstgeschäfts zieht die Gewerkschaft die Daumenschrauben wieder an. An sieben Standorten wurde zuletzt gestreikt. Und obwohl weite Teile der Belegschaft der Logistikzentren in Bad Hersfeld, Koblenz, Leipzig, Rheinberg und Werne sowie bei Amazon Video in Elmshorn die Arbeit niedergelegt haben, spricht der Marktführer weiterhin von keinen spürbaren Auswirkungen auf das Tagesgeschäft (http://tinyurl.com/jl3dcnw).

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