Amazon startet Retargeting-Testballon

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Amazon möchte an die ganz großen Töpfe im Online-Marketing und testet ab Mitte Mai eine neue Retargeting-Lösung. Der US-Wirtschaftsdienst „Bloomberg“ beurteilt das neue Angebot als Frontalangriff auf Ads-Marktführer Google. Demnach werden zunächst Seller in der Lage sein, Amazon-Angebote über Seller Central auch außerhalb der Amazon-Plattformen zu bewerben. Dies erweitert die Marketingmöglichkeiten für Seller um interessante und reichweitenstarke Optionen. Bislang können via Seller Central Sponsored-Products-Anzeigen und Headline Search Ads nur innerhalb der Amazon-Welt beworben werden. Das neue Angebot hebt diese Grenze auf. Neben anderen Webseiten werden dabei auch Mobile-Angebote und sogar Apps als mögliche Anzeigenplattform erschlossen. Abgerechnet wird im üblichen PPC-Verfahren. Auch wenn der „Bloomberg“-Bericht den Namen nicht nennt, dürfte es sich dabei um das neue Sponsored Products Extended Ad Network handeln, aus dessen unmittelbar bevorstehendem Beta-Start gut unterrichtete Kreise seit wenigen Tagen kein Geheimnis mehr machen.

Im Grunde wird das Sponsored Products Extended Ad Network Leistungen der Amazon Advertising Platform (AAP) in Seller Central integrieren. In einigen wichtigen Punkten unterscheiden sich die beiden Angebote aber. Während Werbetreibende via AAP im Targeting auf definierte Segmente abzielen können, entzieht sich dies beim Extended Network der Kontrolle des Nutzers. Zudem wird im AAP auf Impression-Basis abgerechnet, beim Extended Network bleibt es hingegen bei der AMS-üblichen Abrechnung nach Klicks.

Dabei geht es nicht nur um Reichweite. In klassischer Retargeting-Manier verspricht Amazon mit dem neuen Angebot Kunden werblich zu erreichen, die sich in der Vergangenheit für das beworbene Produkt oder einen vergleichbaren Artikel interessiert haben. Ein sehr wirksames Instrument, welches die Conversion Rate nachweislich erhöht. Grundlage ist das getrackte Nutzerverhalten auf den Seiten von Amazon. Zum Start qualifizieren sich Kampagnen im automatisierten Targeting für das Sponsored Products Extended Ad Network.

Das neue Angebot wird laut „Bloomberg“ zunächst in einer Beta-Version einem geschlossenen Nutzerkreis zugänglich gemacht. Ob und wann auch Vendoren im Sponsored Products Extended Ad Network buchen können, ob andere Anzeigenformate folgen und wann das Angebot den Sprung nach Europa schaffen wird, steht derzeit allerdings noch in den Sternen.

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