Amazon-Bilanz: Werbung wächst am schnellsten

Nach guten Zahlen
12 Mrd. Dollar reicher:
Amazon-Boss Jeff Bezos

Amazon hat das erste Geschäftsjahresquartal mit Ende 31. März 2018 mit den gewohnt exzellenten Zahlen beendet. Nachdem im Geschäftsjahr 2017 bei einem Umsatz von mehr als 177 Milliarden US-Dollar ein Wachtsum von fast 31 Prozent realisiert worden war, ist auch der Start in das neue Geschäftsjahr rundum geglückt. Für den Zeitraum 1. Januar bis 31. März weist Amazon Einnahmen in Höhe von 51 Milliarden Dollar aus. Das sind nochmals 43 Prozent mehr als vor einem Jahr. Operativ wurden dabei 1,9 Mrd. Dollar verdient, ein Plus von 92 Prozent gegenüber Vorjahr. Und auch unterm Strich steht erneut ein Gewinn. Netto verbuchte Amazon aus den ersten drei Monaten 1,6 Mrd. Dollar Gewinn, nach 724 Mio. Dollar im Jahr zuvor – ein Plus von 121 Prozent im Jahresvergleich. Inzwischen schafft es Amazon also immer besser, trotz anhaltend hoher Ausgaben für Forschung und Entwicklung auch richtig Geld zu verdienen. Die Unkenrufe über die traditionell schwache Ertragskraft Amazons – die sich aus der hohen Investitionstätigkeit ergibt – sind inzwischen größtenteils verstummt. Wer zudem gehofft hatte, der E-Commerce-Marktführer könnte so langsam mal an Wachstumsgrenzen stoßen, sieht sich getäuscht.

Ganz im Gegenteil: Durch die Übernahme von Bio-Händler Whole Foods, den weiterhin stark wachsenden Amazon Web Services (AWS) und dem neuen Wachstumschampion Werbung nimmt die wilde Fahrt nochmals Geschwindigkeit auf.

Betrachtet man die einzelnen Segmente, dann fällt vor allem das überdurchschnittlich starke Wachstum im Bereich „Other“ auf. In diesem Geschäftsbereich bündelt Amazon die Werbeaktivitäten mit AMS und AAP sowie das – im Vergleich marginale – Kreditkartengeschäft. Zwar ist die genaue Aufteilung unbekannt, in der internationalen Wirtschaftspresse wird die Abteilung inzwischen aber Synonym mit den Ad-Angeboten Amazons genutzt. Die Kennzahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache: Mit einem Umsatzwachstum von 139 Prozent hat „Other“ im ersten Quartal alle anderen Abteilungen übertroffen. Selbst die viel beachteten „Subscription Services“ (Prime & Co.) mit 60 Prozent Wachstum und AWS (+49 Prozent) konnten nicht mithalten. Insgesamt setzte „Other“ im vergangenen Quartal 2,031 Mrd. Dollar um. Und das sind dann eben nicht nur 139 Prozent mehr als im ersten Quartal 2017, sondern gleich auch noch einmal 17 Prozent mehr als im Vorquartal – und da war Weihnachten! Dieses Kunststück schaffte neben „Other“ nur noch der Geschäftsbereich „AWS“. Insgesamt lässt das auf eine außerordentlich dynamisches Entwicklung der Amazon Marketing Services schließen, die den „Other“-Umsatz anschieben.

Zu Ende 2017 beschäftigte Amazon
566.000 Mitarbeiter

Auffällig ist, dass diese Entwicklung in den Veröffentlichungen nicht hervorgehoben wird. Es hat fast den Anschein, als wollte Amazon-Boss Bezos nicht mehr Aufmerksamkeit als unbedingt nötig auf das Ads-Geschäft lenken. Stattdessen erlaubte er sich eine seltene Spitze gegen die Konkurrenz im Cloud-Geschäft. Hier habe sich Amazon einen ungewöhnlichen Vorsprung von sieben Jahren erarbeiten können, bevor ernstzunehmende Wettbewerber auf den Plan getreten sind. „Im Resultat verfügen die AWS-Angebote heute über den höchsten Entwicklungsstand und die umfangreichsten Funktion im Markt“, so Bezos.

Für das laufende Geschäftsjahr setzt Amazon nun Kurs auf die 200-Milliarden-Dollar-Marke. Legt man das derzeitige Wachstum zugrunde, dürfte diese magische Marke bis Jahresende spielend übersprungen sein. Für das zweite Quartal wird ein Umsatzergebnis zwischen 51 und 54 Mrd. Dollar erwartet, was einem erneuten Wachstum zwischen 34 und 42 Prozent entsprechen würde. Erstmals hätte Amazon dann in nur sechs Monaten mehr als 100 Mrd. Dollar umgesetzt. Operativ sollen zwischen 1,1 und 1,9 Mrd. Dollar herauspringen.

Und noch eine Nachricht lässt sich aus den Zahlen ablesen, die viel über die Wachstumsdynamik bei Amazon aussagt: Wenn bis Jahresende mehr als 200 Mrd. Dollar umgesetzt sein sollten, dann hätte der E-Commerce-Gigant das Jahresergebnis in gerade einmal drei Jahren verdoppelt. Für den Sprung von rund 50 Mrd. (Geschäftsjahr 2011) auf mehr als 100 Mrd. (2015) waren immerhin noch vier Jahre nötig.

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